Die Säuglingssterblichkeitsrate

Ein Gradmesser für das Ausmaß von Hunger

In der Entwicklungszusammenarbeit gilt die Säuglingssterblichkeitsrate (SSR) als ein wesentlicher Indikator, um zu erkennen, ob und in welchem Ausmaß Hunger in einer Region besteht. Gemessen wird, wie viele Säuglinge von jeweils 1000 Lebendgeburten innerhalb des ersten Lebensjahres sterben.

In einem Land herrscht Hunger, wenn die SSR bei 50 zu 1.000 Lebendgeburten also bei 5 Prozent liegt. Ob es sich dabei um chronischen Hunger oder um eine Hungersnot handelt, kann man allerdings nicht allein anhand dieses Kriteriums erkennen.

Erfahrungsgemäß hat eine Gesellschaft die Fähigkeit und Kraft, Hunger weitgehend auszumerzen, sobald die SSR bei maximal 50 liegt. Es deutet vieles darauf hin, dass sich die Situation in Regionen stabilisiert, wo dieser Schwellenwert erreicht und unterschritten wurde. Gemessen an diesem Maßstab hatte übrigens bis 1920 kein einziges Land chronische Unterernährung für seine Bevölkerung überwunden.

Von 1970 bis 2008 sank die Säuglingssterblichkeitsrate weltweit von 96 auf 44 pro 1000 Lebendgeburten. In Südasien reduzierte sich die SSR im selben Zeitraum von 128 auf 45, und im südlichen Afrika von 138 auf 82.

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