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Empowerment
Ein neues Denken über Hunger und extreme Armut
Das öffentliche Interesse für extreme Armut und Welthunger wächst ebenso wie die Debatte über Entwicklungshilfe.
Wie der Wirtschaftswissenschaftler William Easterly in
seinem jüngsten Buch zeigt,
gibt es nach 50 Jahren und 2,3
Billionen US-Dollar Entwicklungshilfe nur wenig Veränderung vorzuweisen.
Top-Down
Easterlys Buch unterstreicht das, was das Hunger Projekt 1989 bereits erkannt hat, dass die herkömmliche Planung
von oben nach unten (Top-down), nicht die Antwort sondern vielmehr Teil des Problems ist.
Top-Down-, oder
Dienstleistungs-Ansätze sind nicht nur zu ineffizient und unflexibel, um auch nur geringfügig etwas gegen den
Welthunger zu bewirken, sie schwächen sogar die allerwichtigste Ressource – die Kreativität und Eigenverantwortung
der hungernden Menschen selbst.
Bottom-Up
Über Jahre hat das Hunger Projekt in Partnerschaft mit den Menschen an der Basis in Afrika, Asien und Lateinamerika
zusammengearbeitet, um effektive Strategien von unten nach oben (Bottom-up) zu entwickeln.
Bei den weltweiten Strategien des Hunger Projekts besteht der erste Schritt darin, Menschen eine neue Möglichkeit bewusst
zu machen – die Möglichkeit, nicht darauf zu warten, gerettet zu werden, sondern zu handeln, um ihre Grundbedürfnisse
selbst zu erfüllen.
Es folgt eine detaillierte Gegenüberstellung der beiden Ansätze:
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Herkömmlich: Top-Down -Dienstleistungsansatz |
Das Hunger Projekt: Bottom-up - Empowermentansatz |
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| Wer sind hungernde Menschen? |
Die betroffene Zielgruppe, deren Grundbedürfnisse gedeckt werden muss |
Die Hauptverantwortlichen und Handelnden bei der Entwicklung – hart arbeitende, kreative Menschen, denen es an Chancen fehlt |
| Was muss getan werden? |
Dienstleistungen müssen durch die Regierung oder gemeinnützige Organisationen bereitgestellt werden |
Die Menschen müssen zu eigenverantwortlichem Handeln befähigt und mobilisiert werden; solidarischer
Einsatz für den Erfolg dieser Menschen |
| Was ist die Hauptquelle für Entwicklung? |
Geld und die Erfahrung von Beratern und Programmleitern |
Die Menschen: ihre Vision, Mobilisierung, unternehmerischer Geist und Zuversicht. |
| Wer ist zuständig? |
Spender: Sie stellen das Geld zur Verfügung und ziehen die Handelnden zur Verantwortung. |
Menschen vor Ort: durch gewählte örtliche Führungskräfte, die von ihnen zur Verantwortung gezogen werden. |
| Was sind die Haupt- hindernisse? |
Bürokratie: Die Ineffizienz des Leistungssystems |
Soziale Bedingungen: Resignation, Diskriminierung (insbesondere im Hinblick auf das Geschlecht),
Mangel an örtlicher Führungskraft, wenig Rechte |
| Welche Rolle spielen die Frauen? |
Verletzbare Zielgruppe, die besonders behandelt werden muss. |
Schlüsselproduzentinnen, die ein Mitspracherecht bei Entscheidungen haben müssen. |
| Was ist mit den sozialen und kulturellen Umständen? |
Unveränderbare Umstände, die kompensiert werden müssen. |
Umstände, die von den Menschen verändert werden können. |
| Worauf soll sich die Arbeit konzentrieren? |
Auf eine Zielgruppe, die sorgfältig auf Basis objektiver Bedürfnisse ausgesucht wurde |
Auf die Mobilisierung möglichst vieler Menschen – dabei werden ein Momentum und eine Stimmung von Erfolg geschaffen |
| Welche Rolle spielt die Regierung? |
Sie leitet zentral gesteuerte Dienstleistungs-Programme |
Sie dezentralisiert Ressourcen und Entscheidungsgewalt auf die lokale Ebene,
baut lokale Kapazitäten und Standards auf und schützt die Rechte. |
| Welche Rolle spielen die Kommunal- regierungen?
| Sie implementieren zentrale Programme |
Sie sind autonom und den Menschen gegenüber direkt verantwortlich |
| Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft? |
Sie implementieren zentrale Programme |
Sie sind Katalysatoren, um Menschen zu mobilisieren, für ihre Rechte zu kämpfen
und Menschen darin zu befähigen, die Regierung zur Verantwortung zu ziehen. |
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