In dieser ersten Phase, die ungefähr ein Jahr dauert, entwickeln die Dorfbewohner die Vision
einer Zukunft ohne Hunger, verpflichten sich dieser und inspirieren ihre Mitmenschen, eigenständige
Aktionen durchzuführen.
Das Hunger Projekt beginnt seine Arbeit mit einem Gespräch mit den Repräsentanten der kommunalen
Selbstverwaltung, um ihnen die Epizentren-Strategie zu unterbreiten und sie um Unterstützung zu bitten.
Der Vision, Commitment and Action Workshop
Der Vision, Commitment and Action Workshop (VCAW) wird abgehalten: zuerst für die Kommunalbeamten
und geladenen Repräsentanten mehrerer Dörfer, und später auf Dorfebene für einige hundert Dorfbewohnerinnen
und Dorfbewohner.
Er dient dazu, die innere Haltung der Teilnehmer zu ändern: weg von Resignation hin zu
“Hunger kann enden”; weg von Abhängigkeit “die Regierung wird es machen” hin zu “ich kann’s selber”.
Er macht außerdem die negativen Auswirkungen der Ungleichstellung der Geschlechter deutlich.
Erste Führungskräfte tun sich hervor. Diese Frauen und Männer werden in gleicher Zahl als Entwicklungstrainer
ausgebildet, die ihre Mitmenschen mobilisieren und dabei begleiten, selbst Prioritäten zu setzen und
eigene Projekte umzusetzen.
Erste Eigeninitiativen
Einzelne Menschen und kleine Gruppen beginnen Projekte, z. B. Wiederaufbau von Schulen,
Pflanzung von Gemüsegärten oder Aufbau kleiner Unternehmen. Die Menschen gewinnen Vertrauen,
wenn sie ihr erstes eigenständiges Projekt erfolgreich abschließen.
Lese- und Schreibkurse für Frauen werden gehalten. Dies eröffnet ihnen eine neue Welt und sie beginnen
sich anders wahrzunehmen.
Abschluss der Mobilisierungsphase
In dieser Phase arbeitet jedes Dorf für sich. Sie endet, wenn die Dörfer anfangen, sich als eine
größere Gemeinschaft mit politischer und wirtschaftlicher Stärke wahrzunehmen und miteinander zu
arbeiten – dies nennen wir ein Epizentrum. Gemeinsam wählen sie ein Epizentren-Gremium aus, das
sie in die zweite Phase führt.