
Präsident Mugabe wurde im Jahre 1988 von uns mit dem “Afrika-Preis für die nachhaltige Überwindung des Hungers” ausgezeichnet.
Von seiner Regierungsübernahme 1980 an bis zu der Preisverleihung 1988 leitete Robert Mugabe verschiedene sehr erfolgreiche Maßnahmen ein, für die er ohne Zweifel den Preis verdient hatte. Seine Programme zur Förderung der Bildung, Gesundheit und Nahrungsmittelproduktion sowie die Stärkung der Kleinbauern waren beispielhaft für ganz Afrika.
Wir sind uns unserer Verantwortung für den Afrika-Preis bewusst und möchten daher unsere Sicht der aktuellen Lage darstellen. Dies ist ganz besonders auch deshalb wichtig, da der Afrika-Preis nicht nur die vergangenen Verdienste der Führungspersönlichkeiten auszeichnet, sondern auch auf die zukünftigen Leistungen der Geehrten setzt.
Obwohl die Landreform 1988 Teil des Regierungsproramms in Simbabwe war, wurde das Problem in den folgenden Jahrzehnten nicht gelöst. Seit Jahren sind wir nun Zeugen eines Vorgehens, das sämtliche demokratischen Regeln missachtet und die Menschenrechte verletzt – zwei Grundvoraussetzungen für Fortschritte bei der Überwindung des Hungers auf breiter Basis.
Die Sozial- und Wirtschaftsindikatoren von Simbabwe – früher mit Abstand besser als die der Nachbarn – verschlechtern sich immer weiter, überwiegend aufgrund von Gewalt und Instabilität, verursacht durch Landbeschlagnahme ohne rechtsstaatliche Verfahren oder Entschädigungen.
Das Hunger Projekt bedauert ausdrücklich, dass die Politik in Simbabwe zu erhöhter Arbeitslosigkeit, Armut und Unterernährung geführt hat. Die derzeitige Situation ist nicht vereinbar mit dem Sinn und den Zielen des Afrika–Preises für Führungspersönlichkeiten. Sie behindert die notwendige Arbeit zur Überwindung des Hungers in Simbabwe.
Links zum Thema:
Artikel in der Weltwoche, Zürich (Nr. 16.08)
von Heidi Holland.