Als Land der Gegensätze präsentiert sich Indien einerseits als bedeutende moderne Wirtschafts-,
Raumfahrts- und Atommacht, mit einer hoch entwickelten Industrie und hohem Bildungs- und Forschungsniveau.
Auf der anderen Seite sind der ländliche Raum (dort leben etwa 3/4 der Bevölkerung) und die Slums der
Großstädte von bitterer Armut und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit geprägt.
Fehlende Basisgesundheits- dienste, unzureichende sanitäre Anlagen sowie Mangelernährung schlagen sich
in einer deutlich geringeren Lebenserwartung und höherer Säuglings- sterblichkeit nieder.
Zahlen (Quelle: wikipedia, 2009)
- Fläche: 3.287.590 km², der siebtgrößte Staat der Erde
- Einwohner: 1,2 Milliarde Menschen, d.h. etwa 1/6 (!) der Weltbevölkerung.
- Bevölkerungsdichte: 349 Einw./qkm (Deutschland 231)
- Lebenserwartung: 65,6 Jahren, 1/3 der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre
- Säuglingssterblichkeit: 30,2/1000
- Religion: 80,5 Prozent Hindus, 13,4 Prozent Moslems, 2,3 Prozent Christen, 1,9 Prozent Sikhs, 0,8 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas
Politik
Indien ist die größte Demokratie der Welt und einer der wenigen Staaten Asiens mit durchgängiger demokratischer
Tradition seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1947. Indien ist eine föderale demokratische Republik, gegliedert
in 25 Unionsstaaten und sieben Unionsterritorien sehr unterschiedlicher Größe, Bevölkerung und sozialer Struktur.
Bevölkerung
Indien ist ein Vielvölkerstaat, mit immenser ethnischer Vielfalt und mehr als 100 verschiedenen
Sprachen mit teils unterschiedlichen Schriftsystemen.
Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache ist Englisch.
Prägend für das soziale Leben Indiens ist nach wie vor das Kastenwesen.
16 Prozent der Bevölkerung werden zu den so genannten „Unberührbaren“ gezählt,
der am höchsten stehende Kaste der Brahmanen gehören 5,5 Prozent der Bevölkerung an.
Geografie
Indien grenzt an folgende Staaten: Pakistan, Bangladesch, China, Nepal, Bhutan, Myanmar.
Im Norden bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, die Grenze zu China.
Fast ein Drittel der Fläche Indiens gehört zum Einzugsgebiet der beiden größten Flüsse
des indischen Subkontinents, Ganges und Brahmaputra.
Wirtschaft
Von 1999 bis 2004 wuchs Indiens Wirtschaft um rund 6 Prozent jährlich, 2007 sogar um 8,3 Prozent.
Indien zählt so zum Kreis der zehn weltgrößten Volkswirtschaften.
Es profitiert zunehmend von den Vorteilen der Globalisierung.
Gleichzeitig haben heute 34 Prozent der Einwohner Indiens weniger als einen US-Dollar pro Tag
zur Verfügung, 80 Prozent weniger als 2 US-Dollar (Weltbank 2007). Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist zu arm, um sich eine ausreichende Ernährung leisten
zu können. Damit zählt Indien nach wie vor zu den Entwicklungsländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen.
Kultur
Die indische Kultur gehört zu den ältesten und mannigfaltigsten Kulturen der Erde.
Sie war prägend für ganz Süd- und Südostasien. Der Glaube spielt in Indien von jeher
eine heraus ragende Rolle und hat die Kultur des Landes entscheidend geprägt.
Indien ist die Wiege des Hinduismus und Buddhismus.
Die unüberschaubare Vielfalt an Sprachen und Völkern hat viele regionale Besonder- und
Eigenheiten hervorgebracht. Aber auch fremde Einflüsse wie etwa der Islam und das
Christentum hinterließen ihre Spuren.
Gesundheit
Das Gesundheitswesen ist von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt.
In vielen Dörfern gibt es keine medizinischen Einrichtungen.
Schlechte hygienische Bedingungen sind in manchen Regionen noch immer ein großes Problem.
Fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen, sowie Unterernährung verursachen
Seuchen und Mangelerkrankungen.
Unzureichende Beratung hat zur Folge, dass die Zahl der HIV-Infizierten rapide steigt
(derzeit 3,73 Fälle pro 1.000 Einwohner). Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten bis 2010
allein in Indien über zehn Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit leiden.
Mit mittlerweile 5,7 Mio. Infizierten ist Indien der Staat mit den absolut gesehenen
meisten HIV-Infektionen.