Frauen in Indien

Fundamentale Diskriminierung der indischen Frauen

Mädchen und Frauen werden in Indien in einer weltweit beispiellosen Art und Weise diskriminiert. Unterdrückung und Unterwerfung der Frauen sind insbesondere in ländlichen Regionen die Regel.

Die Mitgift-Praxis

Unterernährung, Selbstverleugnung und Mangel an Mitspracherecht prägen das tägliche Leben der Frauen von Geburt an. Die schwierigen sozialen und ökonomischen Bedingungen werden durch die Mitgift-Praxis noch verschärft. Seit 1961 illegal, ist sie dennoch nach wie vor weit verbreitet und nimmt sogar noch zu. Jedes Jahr werden etwa 15.000 Frauen von ihren Männern beim Streit um die Mitgift getötet.

Dreifachbelastung: Familie, Haushalt und Existenzsicherung

Doch gerade das ländliche Indien braucht seine Frauen zum Überleben. Frauen haben eine dreifache Bürde: sie tragen im Haushalt und in der Familie, in der Landwirtschaft und bei der Lohnarbeit maßgeblich zur Existenzsicherung ihrer Familien bei.

Gleichzeitig bleibt ihre Arbeit aber wegen ihres niedrigen sozialen Status unbeachtet, unterbewertet und ohne Unterstützung. Oft werden Frauen nicht oder nur erheblich niedriger als Männer für ihre Arbeit bezahlt. Eigens selbstverfügbares Einkommen wird von Frauen meistens, zum Wohl der Familie und der eigenen Kinder investiert.

Kreislauf der Gewalt

Gewalt und Androhung von Gewalt prägen jedoch am längsten und stärksten das Leben der indischen Frau. Diese Erfahrung zieht sich durch alle Lebensphasen und wiederholt sich von Generation zu Generation.
  • Jedes Jahr werden in Indien zwischen drei und fünf Millionen weibliche Föten abgetrieben
  • Jedes Jahr werden mehr als 10.000 Mädchen bei ihrer Geburt getötet
  • Die vorsätzliche Benachteiligung von Mädchen durch unzureichendes Stillen, Vorenthaltung von Nahrung und mangelnde Gesundheitsfürsorge führt zu Unterernährung und Tod
  • 30 Prozent der Arbeitslast der Frauen in Indien wird von Mädchen zwischen 6 und 11 Jahren getragen. Schulbesuch und Spiele sind nahezu undenkbar
  • 39 Prozent der Mädchen auf dem Lande werden im Alter von 15 bis 19 Jahren bereits verheiratet und werden den Risiken einer Geburt ausgesetzt, obwohl sie oft selbst noch nicht voll ausgereift sind.
  • Die Müttersterblichkeitsrate in Indien ist eine der höchsten der Welt: auf 100.000 Lebendgeburten kommen 410 Mütter, die bei der Geburt sterben
  • In Indien werden Witwen oft schikaniert, geschlagen oder gar ermordet. Viele Witwen werden in Tempeln zurückgelassen, wo sie keinen Schutz vor sexueller Gewalt haben

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