Bangladesch gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.
Momentan ist es regelmäßig auf Grund der politischen Krise in den Schlagzeilen,
die durch verfeindete Parteien, Machtkämpfe und die eigentlich für Anfang 2007
angedachten Wahlen ausgelöst wurde.
Die gute Nachricht ist, dass Bangladesch in Bezug auf die Millenniumsentwicklungsziele
sehr große Fortschritte gemacht hat und auf dem Weg ist, einige der Ziele bis 2015 zu
erreichen. So hat sich zum Beispiel die Säuglingssterblichkeitsrate von 83/1000 im Jahr
1995 auf 47/1000 im Jahr 2007 verringert.
Zahlen
- Fläche: 144.000 km2
(1,5 Prozent der Fläche der USA)
- Bevölkerung: 156 Mio. (2010)
(ca. halb so viel wie in den USA)
- Lebenserwartung: 69,4 Jahre (2010)
- Analphabetenquote: Gesamtbevölkerung 47,9 Prozent, Frauen: 41,4 Prozent, Männer 54 Prozent (2001)
- Bevölkerungsdichte: 1084 Einwohner/km2 (höchste Bevölkerungsdichte aller Flächenstaaten)
Politik
Bangladesch hat 64 Distrikte. Die kleinste demokratische Einheit sind die Unions
(insgesamt 4000, umfassen jeweils ca. 15 Dörfer und insgesamt etwa 20.000 Menschen).
Bangladesch ist seit 1971 unabhängig.
Bis 1991 wurde das Land von einem Diktatoren regiert, der auch heute noch als ein Parteiführer politisch aktiv ist.
Die heutige demokratische Struktur besteht seit 1991. Das Land ist geprägt von massiver Korruption,
Unruhen und politischer Gewalt.
Geographie
Bangladesch wird fast ganz von Indien umschlossen.
Im Südosten verläuft die Grenze zu Birma, im Süden wird es vom Indischen Ozean und dem
Golf von Bengalen begrenzt. Es liegt in einer Tiefebene im Delta der Flüsse Ganges und
Brahmaputra, nur im äußersten Südosten erhebt sich die Hinterindische Randkette.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft dominiert (Schwemmlandböden).
Aufgrund der großen Landknappheit wird auch das südliche Ganges-Delta besiedelt.
Durch das Abholzen der Mangrovenwälder dort nehmen die Überschwemmungen während des Monsuns zu.
Die Produktionstechnik ist rückständig und die Nahrungsmittelproduktion unzureichend.
Bangladesch besitzt fast keine Bodenschätze (mit Ausnahme von Erdgas) und hat
eine wenig entwickelte Industrie (Jute, Textilien).
41,3 Prozent der Bevölkerung müssen mit einem Einkommen von weniger als 1 US$ pro Tag
auskommen und gelten als arm. (World Bank, 2007)
Kultur
In Bangladesch besteht eine große ethnische, sprachliche und religiöse Homogenität.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist bengalischer Abstammung und spricht und schreibt Bengali.
87 Prozent bekennen sich zum Islam (seit 1988 Staatsreligion), ca. 12 Prozent sind Hinduisten.
Christen und Buddhisten sind in der Minderheit. .
Arbeit des Hunger Projekts
Das Hunger Projekt engagiert sich in Bangladesch auf verschiedenen Ebenen.
Wie in allen anderen Ländern steht die Mobilisierung der Menschen vor
Ort und die Stärkung der Frauen im Vordergrund. Das Hunger Projekt ist die
größte auf ehrenamtlicher Mitarbeit basierende Organisation im Land.
Zusätzlich hat sich in Bangladesch auch ein politischer Aspekt der Arbeit herauskristallisiert:
durch die Unterstützung eines Intellektuellenkreises für „good governance“, also
gute Regierungsführung, wird gegen Korruption und Vetternwirtschaft vorgegangen.
Außerdem unterstützt das Hunger Projekt den Veränderungsprozess im Hinblick auf
neue demokratische Gesetze und Strukturen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der
Stärkung der lokalen demokratischen Gremien in den Unions.