Ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der VCA-Workshops, die sich durch ihre Führungsqualitäten hervorgetan haben,
werden ermutigt, an einem 4-tägigen Training teilzunehmen, um zu so genannten Entwicklungstrainern
ausgebildet zu werden.
In diesem intensiven Training beschäftigen sie sich mit den Prinzipien des Hunger Projekts, dem Teufelskreis
der Unterernährung sowie mit den Rechten der Frauen und entwickeln eine neue Sicht ihrer selbst und ihrer
Möglichkeiten.
Inzwischen wurden über 100.000 Entwicklungstrainerinnen und -trainer ausgebildet, die mehr als 8 Mio. Menschen erreichen.
Unterstützung bei Projekten
Eine Muslima leitet einen VCAW
Die Entwicklungstrainer gehen zurück in ihre Dörfer, leiten dort VCA-Workshops, mobilisieren die
Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner und organisieren gemeinsam mit ihnen Projekte zur Verbesserung der Gesundheit,
Bildung, Ernährung, Einkommenssicherung und Gleichstellung der Frauen
(z.B. Bewusstsein für die
negativen Auswirkungen früher Heirat, Mitgift und Unterdrückung von Frauen; Sicherstellen, dass die Heirat
registriert wird (sonst keine gesetzmäßigen Rechte, Mehrfach-Ehen); Unterweisung von Familien zum Thema
gesunde Mutterschaft, u.a.…).
Eine Entwicklungstrainerin startet ihr kleines Lebensmittelgeschäft
Mit ihrer Unterstützung und Begleitung haben die Dorfbewohner unzählige große und kleine Initiativen
geschaffen: Projekte im Bereich Nähen, Schneidern und Mode, Kleinunternehmen wie Schönheitssalons,
Lebensmittelverarbeitung, Fahrradbeförderung, Bienenhaltung, Fischzucht und viele andere.
Ausbildung von Entwicklungstrainerinnen
Seit 1999 hat die Ausbildung weiblicher Entwicklungstrainer höchste Priorität für das Hunger Projekt
in Bangladesch.
Inzwischen sind mehr als 40 Prozent der über 100.000 ausgebildeten
Trainingsteilnehmer Frauen. Die Folge ist, dass sich die ökonomische Situation dieser Frauen und ihrer
Familien sowie ihr Ernährungsstatus beträchtlich verbessert hat.
Beispiel
Hasna Hena ist ein gutes Beispiel dafür, was eine Entwicklungstrainerin erreichen kann:
Sie ist gewählte Vertreterin der Lokalregierung von Gokorno. Nachdem sie Anfang 2000 an einem Entwicklungstrainer-Lehrgang
teilgenommen hatte, begann sie eine Hausgärtnerei und eine kleine Pflanzenzucht aufzubauen.
Daraus schuf sie ein blühendes Unternehmen und machte einen Gewinn von 875 US-Dollar.
Ende 2003 war ihre Plantage 2.650 US-Dollar wert.
Der Erfolg von Hasnas Unternehmen gab ihr neues Selbstvertrauen und
machte sie stolz. Sie wurde ein Vorbild für die Frauen in ihrem Dorf und ermutigt sie, ähnliche Unternehmen
zu starten.
Hasna hat mehr als 200 Familien in ihrem Gebiet mobilisiert und für ähnliche Aktivitäten gewonnen und
so den Ernährungs- und Ausbildungsstatus sowie die Situation hinsichtlich anderer Grundbedürfnisse in diesen
Familien verbessert.
Selbsthilfegruppen
Die Entwicklungstrainer legen spezielles Gewicht darauf, die Gründung von Selbsthilfegruppen zu initiieren,
weil diese Gruppen dazu beitragen, soziales Bewusstsein und Verantwortungsgefühl bei den Menschen zu schaffen. Sie spielen
eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung von Ressourcen und der Stärkung der Gemeinschaft.
Unter ihrer
Verantwortung werden, Kampagnen, Versammlungen, VCA-Workshops und Fachausbildungen organisiert.
Sie arbeiten mit Regierungsdienststellen und Nichtregierungsorganisationen zusammen und organisieren
verschiedene Aktivitäten auf nationaler Ebene.