Shujan-Treffen
Das Hunger Projekt engagiert sich in Bangladesch auch auf politischer Ebene.
Es hat das“ Shujan“-Bündnis mit dem Ziel gegründet, die Unabhängigkeit der
Neuwahlen zu propagieren und zu unterstützen, sich gegen Korruption zu stellen
und sich für eine volksnahe, dezentrale Demokratie einzusetzen.
Prof. Badiul Alam Majumdar
Prof. Badiul Alam Majumdar, der Landesdirektor des Hunger Projekts in Bangladesch
ist Mitbegründer und General- sekretär von „Shujan“, dem einflussreiche intellektuelle
Bangladeschi angehören. Er wird als kritischer Journalist landesweit geschätzt und
ist als Initiator für die Veränderung der Gesellschaft bekannt.
Aufgrund seines Status kann sich das Hunger Projekt auf diese Weise im politischen Feld betätigen.
Vetternwirtschaft lähmt das Land
Notwendig ist dieses Engagement, weil in Bangladesch die Vetternwirtschaft der
einflussreichen Politiker und der Missbrauch von Macht und Geld das Land lähmen.
Nicht nur demokratische Rechte werden den Bürgern verwehrt, auch die Lebensbedingungen
verschlechtern sich aufgrund der Missstände. So ist beispielsweise die Analphabetenrate
wieder gestiegen und das Land war im Herbst 2006 häufig von „Hartals“ betroffen.
Die "Hartals" - Landesweite Streiks im Vorfeld der Wahlen
„Hartals“ sind landesweite Streiks, bei denen die Schule ausfällt und nicht einmal
eine rudimentäre Grundversorgung durch Krankenhäuser etc. gewährleistet ist.
Sie richteten sich gegen die für Anfang 2007 angesetzten Wahlen, die sicher nicht
demokratisch und unabhängig abgehalten worden wären. Unter solchen Bedingungen
ist eine effektive Bekämpfung chronischen Hungers unmöglich: nicht nur ist eine Zusammenarbeit mit
der (kommunalen) Regierung unmöglich, auch scheitert es an der erforderlichen Infrastruktur.
Die ursprünglich für 2007 vorgesehenen Wahlen sind nun von der Übergangsregierung auf Ende 2008 verschoben worden, um bis
dahin gesetzliche Grundlagen und geeignete Umstände für eine faire
Regierungsbildung zu schaffen.