
Das Hunger Projekt sieht die Folgen des Anstiegs der Nahrungsmittelpreise als Ergebnis jahrzehntelanger Fehlpolitik, die eine eigenständige Versorgung vieler Entwicklungsländer mit Nahrungsmitteln verhindert hat.

Dies wird unter anderem mit der höheren Nachfrage der Mittelschichten in China und Indien nach Fleisch und dem damit verbundenen erhöhten Bedarf an Getreide als Futtermittel für Schlachttiere erklärt.
Andere Gründe betreffen große Dürren in den vergangenen Jahren in Getreide- und Mais exportierenden Ländern, den stark angestiegenen Anbau von Energiepflanzen, um Biokraftstoffe zu produzieren, und die weltweite globale Erwärmung.
Viele Entwicklungsländer sind von dieser Krise betroffen. In Ländern wie Haiti, der Elfenbeinküste, Ägypten, den Philippinen und Indonesien sind deswegen Unruhen ausgebrochen. Menschen in extremer Armut (mit einem Einkommen von weniger als 1 US-Dollar pro Tag) haben noch weniger Chancen, sich ausreichend Nahrung zu kaufen. 100 Millionen Menschen, die vor sechs Monaten noch Lebensmittel kaufen konnten, können dies nun nicht mehr.
Institutionen wie das UN-Welternährungsprogramm (WFP) bitten die internationale Gebergemeinschaft um zusätzliche Finanzmittel, um die momentane Krise anzugehen. (Siehe www.welt.de/politik)
Es wird diskutiert, dass die exportierenden Länder die Menge der ausgeführten Nahrungsmittel erhöhen und niedrigere Preise verlangen sollten. Dies würde jedoch zu einer verstärkten Abhängigkeit der Entwicklungsländer von Preisschwankungen auf den Weltmärkten führen.
Daher muss eine lokale Unabhängigkeit in der Lebensmittelversorgung der armen Länder angestrebt werden. Wäre die ländliche Bevölkerung in den Entwicklungsländern – insbesondere die Kleinbauern – dabei unterstützt worden, für sich selbst und für lokale Märkte zu produzieren, so wären sie heute einer Krise wie der jetzigen nicht derart ausgeliefert.

Die Epizentren-Strategie des Hunger Projekts verfolgt genau dieses Ziel: die nachhaltige wirtschaftliche Unabhängigkeit der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner. Die Maßnahmen des Hunger Projekts ermöglichen es ihnen,sich innerhalb von ca. fünf Jahren, eigenständig zu versorgen. Durch den Aufbau von Nahrungsmittelspeichern können sie auch lange Dürreperioden schadlos überstehen. Mehr dazu können Sie auf der Website des Hunger Projekts unter "Programme/Afrika/Epizentren-Strategie" erfahren.
Um zukünftige Nahrungsmittelkrisen zu verhindern oder wenigstens zu mindern, muss die internationale Entwicklungs- und Agrarpolitik dringend neu ausgerichtet werden: