Müttersterblichkeit: Eine stille Tragödie

UNICEF-Jahresbericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2009“

Unter diesem Titel lenkt UNICEF das Interesse auf die medizinische Versorgung werdender Mütter, die den Schwerpunkt im Jahresbericht 2009 bilden. In keinem anderen Bereich der Gesundheitsversorgung ist die Kluft zwischen wohlhabenden Ländern und armen Weltregionen so groß wie in diesem.

Jedes Jahr sterben etwa 530.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. 99 Prozent dieser Todesfälle entfallen auf die Entwicklungsländer.

Am höchsten ist das Risiko für Frauen im südlichen Afrika mit 265.000 Todesfällen. Eine von 22 Schwangeren stirbt hier während ihrer Schwangerschaft oder der Geburt ihres Kindes. In den Industrieländern ist es eine von 8000. Auch für die Kinder sind die Geburt und die ersten vier Lebenswochen besonders schwer: Fast ein Drittel der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren geschehen in diesem Zeitraum.

„Seit 1990 starben zehn Millionen Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt“, erklärte UNICEF-Direktorin Ann Veneman anlässlich der Vorstellung des UNICEF-Jahresberichts. „Um das Leben der Mütter und der Neugeborenen zu retten, bedarf es mehr als medizinischer Hilfe. Bildung für Mädchen ist entscheidend, um die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen zu verbessern.“

Stille Tragödie – Müttersterblichkeit nach Regionen (Quelle: UNICEF)

UNICEF ruft dazu auf, gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorzugehen und ihre Rechte zu stärken. Frauen und Mädchen brauchen Wissen und Selbstbewusstsein, um in Fragen der Partnerschaft, Sexualität, Gesundheit und Familienplanung mitzubestimmen. Dies wiederum ist grundlegend, will man die Müttersterblichkeit deutlich senken.

Es fehlt den Frauen auch an Möglichkeiten, Erfahrungen und Fähigkeiten, sich gegen Gewalt und Ausbeutung zur Wehr zu setzen.

Das Hunger Projekt setzt sich in seiner Arbeit besonders für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Frauen erhalten Bildung, werden über ihre Rechte aufgeklärt und erhalten Möglichkeiten, größere Anerkennung in ihrer Gemeinschaft zu bekommen. Dabei werden die Frauen unterstützt, eigene Forderungen zu stellen und diese durchzusetzen. In Indien zum Beispiel lernen Frauen die Bedeutung richtiger Ernährung und Gesundheitsvorsorge in speziellen Workshops kennen. Als Frauenabgeordnete treten sie in ihren Dörfern dann besonders für eine Verbesserung in der Gesundheitsvorsorge ein. Die eigene Erfahrung, wie sehr mangelnde Bildung die eigenen Möglichkeiten einschränkt, motiviert die Abgeordneten auch, sich für die Schulbildung von Mädchen einzusetzen. In Afrika können Mütter besondere Gesundheitsuntersuchungen erhalten. In den Epizentren werden sie bei ihrer Entbindung medizinisch betreut.

Quellen und Links zu weiter führenden Informationen: