
Nach langen Verhandlungen wurde am 25. Januar in Bolivien mit einer Volksabstimmung die neue Verfassung angenommen. Erstmals erhält die indigene Bevölkerung umfassende Rechte kultureller Selbstbestimmung. Bolivien ist ein Vielvölkerstaat mit 37 offiziellen Sprachen. Den indigenen Völkern und Nationen ist der Schutz ihrer kulturellen Identität, ihrer sozialen wie politischen Strukturen und Institutionen zugesichert.
Der Partner des Hunger Projekts ACLO (Fundación Acción Cultural Loyola) hat die neue Verfassung von Beginn an unterstützt. Rafael García Mora, Direktor von ACLO, erklärt hierzu: “ Die Annahme der neuen Verfassung bedeutet für Bolivien den Beginn der Moderne. Paradoxerweise geschieht dies unter der Regierung des ersten indigenen Präsidenten, was für viele gleichbedeutend mit Rückständigkeit ist. Mit der Anerkennung Boliviens als Vielvölkerstaat, der Rechte garantiert und soziale Verantwortung übernimmt, muss es zu einer Verständigung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen kommen.“
Mora räumt trotz des großen Erfolges ein, dass dies nur ein Anfang sein kann. Damit es durch die neue Verfassung zu spürbaren Veränderungen in Bolivien kommt, muss das Parlament neue Gesetze erlassen. Soll die Verfassung nicht nur eine Sammlung gut klingender Erklärungen bleiben, müssen sich Männer und Frauen dafür einsetzen, dass sie zum Fundament für die Gestaltung einer neuen Zukunft mit Gerechtigkeit, Harmonie und Fortschritt wird.