Infoabend des Hunger Projekts in Weil am Rhein

Paul Teichmann berichtet im evangelischen Gemeindehaus über die Arbeit des Hunger Projekts in Äthiopien

Am Freitag, den 24. April 2009 fand im evangelischen Gemeindehaus in Weil am Rhein eine Veranstaltung des Hunger Projekt Deutschland statt. Paul Teichmann berichtete über seine Äthiopienreise, welche er im Jahr 2008 zusammen mit anderen Investoren unternommen hatte.

Zur Einführung erörterte Paul Teichmann den ca. 35 interessierten Zuhörern die grundsätzlichen Ideen und Denkansätze des Hunger Projekts. Die Anwesenden, erhielten durch die sehr anschauliche Präsentation einen guten Einblick. Im weiteren Verlauf des Vortrages skizzierte er die 5-tägige Rundreise durch Äthiopien mit einer sehr kleinen Reisegruppe.

Ganz bewusst verzichtete er auf plakative Fotos, die Mitleid erregen. Es war ihm jedoch deutlich anzumerken, dass er die schrecklichen Bilder der Not hautnah miterlebt hatte und sie für ihn sehr präsent sind. Das Hunger Projekt möchte aber nicht das Mitleid der Menschen wecken, sondern sie von dem Erfolg der Arbeit vor Ort überzeugen.

Epizentren in Äthiopien

Während des Vortrages erfuhren die Anwesenden anhand von Zahlen und Fakten vieles über verschiedene Epizentren und die damit verbundene Strategie in Äthiopien.

Die berechtigte Frage: „Was passiert, wenn ein Epizentrum nach 5 Jahren selbständig ist?“, konnte Paul Teichmann sicher beantworten: Das Hunger Projekt werfe immer wieder einen Blick auf die Rentabilität, den Fortschritt und vor allem den Fortbestand der gegründeten Epizentren. Bisher seien noch keine negativen Erfahrungen gemacht worden das Gegenteil sei der Fall. Er berichtete von vielen eigenen neuen Ideen der Menschen, die dort arbeiten.

Paul Teichmann verglich die Arbeitsweise des Hunger Projekts direkt mit der anderer Hilfsorganisationen. Er gab Beispiele von Menschen, die mit Hilfe von Kleinstkrediten der Epizentren-Bank in Höhe von 20 bis 30 Dollar ihren Weg aus der größten Armut geschafft haben und den chronischen Hunger überwinden konnten. Für die Gründung einer Epizentren-Bank ist ein Kapital von 20.000 € erforderlich. Sie eröffnet vielen Menschen die Möglichkeit sich eine eigene Existenz aufzubauen. Interessanterweise muss sich niemand um die Rückzahlung der Kredite Sorgen machen. Die Rückzahlungsquote beträgt stolze 100%. Dass die meisten Kreditnehmer Frauen sind, sei hier nur am Rande erwähnt.

Auf den Fotos von Paul Teichmann waren Menschen zu sehen, die stolz auf sich sind, zum Beispiel weil sie mittlerweile eine Schulausbildung absolviert haben. Sie gewinnen dadurch Selbstbewusstsein, aber auch ihre Lebensqualität steigt. Sie sind motiviert, weiter zu machen, und überzeugen andere Menschen mit ihrer Zuversicht und ihren Erfolgen.

Paul Teichmann verdeutlichte die niedrigen Kosten der Epizentren-Strategie: Mit einer Investition von etwa 20€ monatlich über 5 Jahre hinweg werden die Kosten für 50 Menschen, die in einem Epizentrum ihre Selbständigkeit erlangen, gedeckt.

Nach dem eindrucksvollen Vortrag wurden noch viele Fragen an Paul Teichmann gestellt. Er antwortete mit viel Sachverstand und Detailkenntnissen. Mit seinem informativen und doch sehr persönlichen Bericht über seine Äthiopienreise hatte er es geschafft, auch die Arbeit des Hunger Projekts vor Ort deutlich zu machen. Immer wieder entstanden sehr nachdenkliche und emotionale Momente.

Zum Ausklang des Abends wurde in interessanten Gesprächen das Thema vertieft. Schön wäre, wenn durch den Vortrag neue Mitstreiter für die Ideen des Hunger Projekts gewonnen werden konnten.

Eveline Vinh-Marinelli