Unabhängige Evaluation der Epizentren in Uganda

Renommierte Beratungsfirma erstellt pro-bono-Studie für das Hunger Projekt

Ende letzten Jahres wurde in Uganda von einer unabhängigen Beraterfirma ein Gutachten über die Wirkung der Arbeit des Hunger Projekts erstellt. Drei Wochen lang war ein Team vor Ort unterwegs und sammelte Daten, führte Interviews und umfangreiche Recherchen durch. Das Material wurde ausgewertet und ein ausführliches Gutachten erarbeitet. Die Zusammenfassung hiervon liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor.

Das Hunger Projekt hat vor über 15 Jahren mit der Einführung der Epizentren Strategie in Afrika begonnen und große Erfolge damit erzielt. Inzwischen werden in 110 Epizentren Menschen befähigt, nachhaltige Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Ernährung und Familieneinkommen zu erzielen. Ihre Grundeinstellung, die von Abhängigkeit, Resignation und Diskriminierung von Frauen geprägt war, verändert sich und es entsteht eine neue Haltung, die auf Eigenständigkeit und Gleichstellung der Geschlechter aufbaut.

Bisher ist die Epizentren Strategie nicht unabhängig begutachtet worden. Eine solche Evaluierung ist wichtig, um die Erfolge und Mängel selbst besser einschätzen zu können, aber auch, um die Glaubwürdigkeit bei Investoren, anderen Organisationen und Regierungsvertreten zu untermauern.

Der subjektive Eindruck vieler, die die Epizentren besucht und positiv bewertet haben, ist wichtig, aber nicht ausreichend, um eine Ausweitung der Strategie mit Unterstützung anderer NRO oder Regierungsorganisationen erfolgreich voran bringen zu können. Eine unabhängige Evaluation ist sehr teuer und jede Organisation, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist, nutzt die knappen Finanzmittel möglichst für Investitionen in den Programmländern.

Daher hat sich das Global Office in New York stark darum bemüht eine international anerkannte Beraterfirma für die Durchführung eines pro bono Gutachtens zu gewinnen. Dies ist gelungen und Anfang dieses Jahres lag ein umfangreiches Gutachten vor, das zu einem knappen Bericht zusammengefasst wurde.

Die Gutachter verbrachten drei Wochen in Uganda und besuchten 6 verschiedene Epizentren, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befanden. Außerdem führten sie zahlreiche Interviews mit Vertretern anderer NRO, Regierungsvertretern und Mitarbeitern des Hunger Projekts. Das so gesammelte Material werteten sie aus und kamen zu ermutigenden Ergebnissen:

  1. Durch die Vision, Commitment und Aktion Workshops wird bei den Menschen eine nachhaltige Veränderung der entwicklungshemmenden Denkstrukturen erreicht. Dies ist zwar ein langwieriger Prozess, der aber zu einer Verinnerlichung der neuen Denkweisen führt.
    Mitarbeiter anderer NRO heben die große Motivation und das starke Engagement der Menschen in den Epizentren besonders hervor und erkennen die große Kompetenz des Hunger Projekts in diesem Bereich an.
  2. Die Stärkung der Frauen ist in den Epizentren keine leere Floskel. Frauen-Empowerment findet tatsächlich statt und ist nachweisbar. Die Frauen tragen stark zum Familieneinkommen bei und entwickeln Selbstbewusstsein. In den verschiedenen Komitees bringen sie ihre Meinung ein, die auch ernst genommen wird.
  3. Die Epizentren Strategie ist kostengünstig und eine Ausweitung wäre wünschenswert und machbar. Die Menschen in den Epizentren werden in den ersten 5 Jahren mit 5 bis 15 $ finanziell unterstützt. Hiervon werden unter anderem die verschiedenen Trainingsmaßnahmen und Kleinkreditprogramme bezahlt. Nach fünf Jahren, zieht sich das Hunger Projekt zurück und die Epizentren sind selbständig. Die Führungskräfte haben gelernt selbst bei den Regierungsstellen Gelder zu beantragen, Kleinkredite werden von der eigenen Epizentren-Bank vergeben, die Nahrungsmittelversorgung deckt die Grundbedürfnisse der Bevölkerung und ermöglicht sogar die Bildung von Reserven für Notsituationen. Es sind nur noch geringe finanzielle Hilfen für besondere neue Projekte erforderlich.
  4. Das Gutachten bestätigt den Erfolg der Epizentren Strategie und empfiehlt eine Ausweitung. Da die Finanzmittel des Hunger Projekts hierfür nicht ausreichen, sollte die Zusammenarbeit mit anderen größeren NRO besonders in den Bereichen Gesundheit und Infrastruktur verstärkt werden. Das Hunger Projekt könnte sich dann auf die Kernkompetenz im Bereich Trainings und Motivation konzentrieren.
Die Zusammenfassung des Gutachtens haben wir für Interessierte ins Deutsche übersetzt, so dass sich jeder detailliert informieren kann. Wir denken die Ergebnisse bestärken uns in unserem Ansatz und motivieren uns, die Arbeit auszuweiten.

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