
Der Sarojini-Naidu-Preis wird vom Hunger Projekt Indien seit 2001 jährlich an drei Journalistinnen und Journalisten für herausragende Reportagen über die Erfolge der Frauen in den Panchayats vergeben. Der Preis trägt der entscheidenden Rolle der Presse in Indien Rechnung, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Demokratie und Unterstützung von Frauen in den Regionalparlamenten, den Panchayats.
2009 wurden insgesamt 929 Beiträge eingereicht; 40 davon wurden in eine engere Auswahl einbezogen. Neben den drei Preisträgern in den Kategorien "Englisch", "Hindi" , "Andere indische Sprache" wurde 2009 auch ein Sonderpreis der Jury vergeben.
Am 2. Oktober 2009 fand in Neu Dehli die feierliche Preisverleihung statt – zum neunten Mal in Folge.
Zur Begrüßung sprach die Länderdirektorin des Hunger Projekts Indien, Rita Sarin. Sie hieß die zahlreichen Gäste willkommen, darunter viele hochrangige Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Medien. Ehrengast der Preisverleihung war der indische Außenminister, Dr. Shashi Tharoor.
Frau Sarin ging in ihrer Rede auf die schwierigen Anfänge der Arbeit des Hunger Projekts ein, die Skepsis, die ihr bei ihrer Arbeit mit den Frauen auf der untersten Ebene der Panchayats entgegenschlug.
Heute zeigt sich, dass die Frauen, die sich in diesen Dorfparlamenten einsetzen, einen großen Anteil an der positiven Regionalentwicklung der letzten Jahre haben. Sie beglückwünschte auch den jüngsten Entschluss der Regierung, die Frauenquote in den Panchayats von 33 % auf 50 % zu erhöhen.
Außenminister Shashi Tharoor sprach in seiner Rede von der Notwendigkeit schulischer Ausbildung der Mädchen und über seine Erfahrungen in der UN. Er hob die Bedeutung einer aus Frauen bestehenden indischen Friedensdelegation hervor, die in Liberia, einem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land, in vorbildlicher Weise auf das Rollenverständnis innerhalb der dortigen Gesellschaft Einfluß nahmen. Die indischen Medien gemahnte er an eine verantwortungsvolle Berichterstattung und erinnerte sie an ihre ethische Pflicht dem Land gegenüber.
Eine der Initiatoren des „Right to Information Act”, Aruna Roy, hob in ihrer Rede den Kampf der gewählten Frauen um die Durchsetzung ihres Mandats hervor. Sie sprach über die Hürden, die jede Frau in einem archaischen Feudalsystem überwinden muss, wenn ihr eine gleichberechtigte Stimme verwehrt wird und und ihre Autorität als politische Kraft nicht akzeptiert wird. Darüber hinaus erwähnte sie die wichtige Rolle, die die beiden Gesetzesinitiativen „National Rural Employment Guarantee Act“ (nationale Beschäftigungsgarantie auf dem Land) und "Right of Information Act" (Recht auf Information) bei der Veränderung der Situation im ländlichen Raum spielen.
Aruna Sharma, die erste Frau in der Position des Generaldirektors von Doordarshan, des führenden nationalen Fernsehsenders in Indien, sprach über die Wichtigkeit, die Programme und Gelder, die die Regierung zur Verfügung stellt, auch zu nutzen. Sie ermutigte die weiblichen Delegierten, die zunehmende Unterstützung lokaler Regierungen in vollem Umfang in Anspruch zu nehmen. Frau Sharma hob die Rolle der Medien als Vermittler zwischen Regierung, Graswurzel-Organisationen und der zivilen Gesellschaft hervor.
Minakshi Tamta, Panchayat-Vorsitzende im Nainital Distrikt von Uttarakhand, appelierte, dringende akute Themen wie die Nicht-Verfügbarkeit von Gesundheitsvorsorge, Schulen, Straßen und anderer Infrastruktur, öffentlich zu thematisieren.
Im Anschluss an die Ansprachen vergab Dr. Shashi Tharoor die diesjährigen Auszeichnungen an folgende Journalisten:
