Statement des Hunger Projekts zum Welternährungstag 2009

Die Präsidentin des Hunger
Projekts, Jill Lester bei einem
Besuch im Kachindamoto
Epizentrum in Malawi

Der 16. Oktober ist Welternährungstag. Ein Tag, der die Aufmerksamkeit der Welt auf die vielen Menschen richten soll, die an den gravierenden Folgen von fehlendem Zugang zu ausreichender Ernährung leiden.

Zu den Betroffenen zählen ungefähr eine Milliarde Frauen, Männer und Kinder. Das entspricht einem Sechstel der Weltbevölkerung. Laut der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen war das Jahr 2009 besonders schlimm, es trieb zusätzliche 105 Millionen Menschen in den Hunger.

Der Welternährungstag dient nicht nur zur Stärkung des öffentlichen Bewußtseins für die prekäre Lage dieser Menschen, sondern möchte auch erfolgreiche und beispielhafte Projekte bei der Bekämpfung chronischen Hungers zeigen.

Hunger ist kein Schicksal

Hunger ist nicht unabwendbar. Menschen können ihn beenden, besonders dann, wenn sie es schaffen, die Gemeinschaften zu mobilisieren und zu einer Kooperation anzuregen. Effektive Partnerschaften mit Lokalregierungen müssen geschmiedet werden, und Frauen, die als Hauptbetroffene ganz besonders unter den Verhältnissen leiden, muss es ermöglicht werden, ein selbständiges Leben zu führen.

Das Hunger Projekt hat in den Gebieten Afrikas südlich der Sahara bewiesen, dass es möglich ist, nachhaltig für die eigene Nahrungssicherheit zu sorgen – obwohl diese Region im vergangenen Jahr von explodierenden Lebensmittelpreisen, überhand nehmender Inflation und nicht zuletzt von erschwerten klimatischen Bedingungen besonders stark betroffen war

Malawi als erfolgreiches Beispiel nachhaltiger Nahrungsmittelsicherung

Ein Beispiel: im Kachindamoto Epizentrum in Malawi, das erst in den letzten Monaten aufgebaut worden ist, wurde ein gemeinschaftlicher Nahrungsmittelspeicher mit insgesamt 45 000 Kg Mais bevorratet. Zusätzlich führten kooperative Gemeinschaftsbemühungen aller 7 Epizentren Malawis dazu, dass auch deren Speicher aufgefüllt wurden, teilweise sogar über die ursprünglichen Kapazitätsgrenzen hinaus! Und das in einem Land, das vom Welternährungsprogramm als „food-deficient“ also "unter Ernährungsunterversorgung leidend" eingestuft wird.

Am Welternährungstag ruft das Hunger Projekt alle Staatsoberhäupter der Welt dazu auf, die Kleinbauern – in der Mehrzahl Frauen – bei ihrem Zugang zu Bildung, Ressourcen und Beratung zu unterstützen. Nur so kann erreicht werden, dass sie genug Lebensmittel produzieren, um ihre Familien und Gemeinden zu versorgen. Finanzielle Ressourcen müssen in Programme geleitet werden, die es den Kleinbauern ermöglichen, sich und ihre Familien zu versorgen und Einkommen zu schaffen.

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