
Die Vereinten Nationen riefen 1988 zum ersten Mal den Welt-Aids-Tag aus. Seitdem wird er weltweit in jedem Jahr am 1. Dezember begangen. Das Motto 2009: „Allgemeiner Zugang zu Medikamenten ein Menschenrecht”. Alle Menschen haben das Recht auf eine respekt- und würdevolle Behandlung, sich vor HIV zu schützen und bei Infektion auf medizinische Versorgung. Diskriminierung, die Menschen dem Risiko aussetzt, sich mit HIV zu infizieren, die ihnen den Zugang zu notwendigen Medikamenten verwehrt und es ihnen unmöglich macht, ihr Leben frei zu gestalten, muss beendet werden.
In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen.“ Der ganzheitliche Ansatz des Hunger Projekts, der auch die Herausforderungen durch HIV/Aids berücksichtigt, gründet auf der rückhaltlosen Anerkennung der Menschenrechte.
In acht afrikanischen Ländern bietet das Hunger Projekt Workshops zu HIV/Aids und Geschlechtergleichstellung an. Sie gehen von dem Grundsatz aus, dass jeder das Recht hat, selbst zu entscheiden, mit wem, wann und warum er oder sie Sex hat. Es gilt auch das Recht auf Information über geschützten Sex und auf Zugang zu den hierfür notwendigen Mitteln. Bisher nahmen 880.000 Männer und Frauen an den Workshops teil.
Es wurden positive Ergebnisse erzielt. Bei einer unabhängigen Studie in Malawi wurde festgestellt, dass die Nachfrage nach Kondomen für Frauen und HIV-Tests in den Gemeinschaften, in denen das Hunger Projekt tätig ist, deutlich gestiegen ist. Wichtiger noch ist das Ergebnis, dass die Zahl der positiv Getesteten sank und unter den landesweiten Durchschnitt fiel.
Ein weiteres Beispiel für den auf der Grundlage der Menschenrechte aufbauenden Ansatz des Hunger Projekts ist das Mikrokredit Programm für von HIV/Aids Betroffene. Viele NROs vergeben keine Mikrokredite an HIV-Positive, da ihnen das Ausfallrisiko bei den Rückzahlungen zu hoch ist. Das Hunger Projekt handelt und denkt anders. Alle Menschen haben das Recht auf Zugang zu Ressourcen, die ihnen ein unabhängiges und besseres Leben ermöglichen.
Mit dem Zugang zu Krediten können Menschen mit HIV/Aids ihre Lebenssituation verbessern. Meliya Mwambucha, zum Beispiel, ist Witwe und HIV-positiv. Sie bemühte sich vergeblich um einen Kredit zur Gründung eines kleinen Geschäfts, mit dem sie sich ihr Einkommen sichern wollte. Das Hunger Projekt stellte ihr schließlich den Kredit zur Verfügung. Inzwischen führt sie erfolgreich ihr Geschäft, hat den Kredit zurück gezahlt. Ihre Gesundheit hat sich gebessert. Früher wog sie nur 84 Pfund, jetzt stolze 154. Meliya sagt: “Es ist, als wäre ich durch das Hunger Projekt auferstanden. Ich war schon am Ende und bin jetzt wie wiederbelebt.”
Am Welt-Aids-Tag 2009 ruft das Hunger Projekt alle dazu auf, konkret etwas dafür zu tun, dass jeder sich vor HIV schützen kann und alle Infizierten ein Recht auf Behandlung erhalten. Als Einzelner kann man Organisationen unterstützen, die einen auf Grundlage der Menschenrechte basierenden Ansatz vertreten. Regierungen müssen eine Politik zur Stärkung der Risikogruppen verfolgen. Besonders Frauen und Mädchen müssen in die Lage versetzt werden, sich vor Aids schützen zu können. Der allgemeine Zugang zu medizinischer Versorgung für alle HIV-Positiven muss weltweit als Menschenrecht durchgesetzt werden.