Anerkennung für Joan Holmes als Führungspersönlichkeit des
21. Jahrhunderts

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Gründungspräsidentin des Hunger Projekts, Joan Holmes, als eine von 21 Führungspersönlichkeiten für das 21. Jahrhundert von Women’s eNews geehrt wurde.

Women’s eNews ist eine international anerkannte Website, auf der hochkarätige Journalistinnen Beiträge zu allen Themen veröffentlichen, die insbesondere für Frauen interessant und von politischem Interesse sind. Seit 2002 ehrt diese Organisation Frauen, die von den Leserinnen gewählt werden, weil sie sich als besonders beeindruckende Führungspersönlichkeiten hervorgetan haben und sich mit frauenspezifischen Themen auseinandersetzen. Bisherige Ehrungen gingen unter anderem an drei Nobelpreisträgerinnen, Swanee Hunt, Abigail Disney und Wangari Maathai, letztere erhielt außerdem 1991 den Afrika-Preis des Hunger Projekts.

Joan Holmes erhält diese Auszeichnung als “eine der Sieben, die Tyranneien stürzen“.

Joan Holmes hat sich einer der tiefgreifendsten, fest verwurzeltsten und lähmendsten Tyranneien angenommen: dem Patriarchat – ein Gesellschaftssystem, das Frauen für minderwertig hält. Sie hat wegweisende Initiativen und Strategien entwickelt, um Frauen als Hauptakteurinnen in der Überwindung chronischer Unterernährung zu mobilisieren und zu unterstützen. Heute ist sie als eine der führenden Expertinnen und Fürsprecherinnen auf diesem Gebiet anerkannt.

In den 90er Jahren war die entscheidende Rolle der Frauen für die Überwindung der Armut weitestgehend unbekannt – Joan Holmes brachte diese Zusammenhänge trotz einer „Mauer des Schweigens“ ans Licht.

Sie begann diesen Prozess auf einem Flug nach Indien 1997, als sie „The Asian Enigma“, eine UNICEF-Studie aus dem Jahr 1996 las: dort wurde ganz klar ein Zusammenhang zwischen der hohen Rate unterernährter Kinder in Südasien und der fehlenden Gleichstellung der Geschlechter hergestellt. In den folgenden zehn Jahren erforschte Joan Holmes die genauen Ursachen der Unterernährung, der Rolle des Patriarchats und die Möglichkeiten der Überwindung.

Sie traf Führungspersonen aller politischen und gesellschaftlichen Ebenen in vielen Entwicklungsländern. In Rajasthan, Indien, lernte sie neun hochrangige weibliche Führungskräfte und Anwältinnen kennen und erfuhr schockierende Details über die andauernde und tägliche Diskriminierung von Frauen jeden Alters. Bei diesem Treffen wurde ihr der unwiderlegbare Zusammenhang zwischen dem geringen gesellschaftlichen Status von Frauen und weltweiter chronischer Unterernährung deutlich.

In Bhopal traf Joan Holmes sich mit neu in die Panchayats (Kommunalregierung) gewählten Frauen. Sie alle wollten die Gesellschaftsstrukturen ändern, aber fühlten sich als die Marionetten ihrer Männer ohne eigene Stimme. Diese Frauen beeindruckten Joan Holmes sehr und sie beschloss Frauen in den Entwicklungsländern zu unterstützen, damit sie für sich selber sprechen können. Sie reformierte die Hunger Projekt Programme in Indien und veranlasste die Entwicklung eines Women’s Leadership Workshops, um die Arbeit der Dorfbewohnerinnen in den Panchayats zu stärken. Mehr als 65.000 Frauen haben bisher an diesem Workshop teilgenommen.

Anschließend untersuchte Joan Holmes die Situation der afrikanischen Frauen und fand heraus, dass diese fast ohne jegliche Unterstützung 80 Prozent der Nahrungsmittel auf dem Kontinent produzieren. Um diese beeindruckende Leistung der afrikanischen Kleinbäuerinnen bekannt zu machen, rief Joan Holmes die „Initiative für die afrikanische Farmerin“ ins Leben, durch die Frauen gleichzeitige Bildung und Mikrokredite erhalten können. Mehr als 5 Millionen US-Dollar sind bisher auf diese Weise 63.000 Frauen zur Verfügung gestellt worden.

Joan Holmes setzte sich auch mit den verheerenden Folgen von HIV/Aids auseinander und beauftragte Hunger Projekt Führungskräfte aus acht afrikanischen Ländern den HIV/Aids and Gender Inequality Workshop zu entwickeln, der einen besonderen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer legt, wie die Ungleichstellung der Geschlechter direkt zur Ausbreitung von HIV/Aids beiträgt. An diesem Workshop haben bisher 450.000 Männer und Frauen teilgenommen.

Im Jahr 2000 entstand ein Konflikt zwischen Joan Holmes und Medienvertretern in Rajasthan, die ein Interview mit Joan Holmes führen wollten, nicht aber mit den Frauenabgeordneten des Panchayats, die sie für minderwertig hielten. Diese Auseinandersetzung nahm Joan Holmes zum Anlass, den Sarojini Naidu Prize zu entwickeln, der Journalisten für die positive Berichterstattung über die Arbeit der weiblichen Panchayat Abgeordneten auszeichnet und bei einer prestigeträchtigen Zeremonie verliehen wird.

In Bangladesch arbeitete Joan Holmes mit Führungspersonen des Hunger Projekts auf regionaler Ebene, um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern. Die Anzahl der engagierten Frauen ist dort bei den 110.000 Entwicklungsanimateuren von 5 auf 40 Prozent gestiegen. Bei ihren Dorfbesuchen sah sie häufig spielende Jungs – nur nie kleine Mädchen, da diese ihre Mütter bei der Arbeit unterstützen mussten. Die Diskriminierungen der Mädchen, die ihnen sogar die Kindheit rauben, bewegte Joan sehr. In Folge dessen initiierte der Leiter des Hunger Projekts in Bangladesch den National Girl Child Day – eine Initiative zur Anerkennung der Bedeutung von Mädchen. In 2007 fanden mehr als 2000 Feierlichkeiten an diesem Tag statt.

In der internationalen Entwicklungspolitik wurde Joan Holmes zur Fürsprecherin der Frauen in den Entwicklungsländern. So stellte sie sicher, dass deren Belange in dem Hunger Task Force –Bericht des UN-Millenium-Projeks Beachtung fanden und entsprechend eingearbeitet werden konnten. Sie engagierte sich für die Frauen auf vielen internationalen Konferenzen und Ausschüssen des US-Kongresses. Dank ihrer Arbeit werden Millionen von Frauen in den Entwicklungsländern gestärkt und deren Einsatz und Schlüsselrolle für eine sozialere Gesellschaftsordnung und verbesserte Lebensbedingungen anerkannt.

April 2008
Termine

21. Mai 2008, New York
Benefizgala

eNews Preisverleihung an Joan Holmes und 20 andere beeindruckende weibliche Führungskräfte

Information zum Kartenverkauf unter www.womensenews.org.

Inhalt
  • Joan Holmes wird von Women's eNews geehrt
  • Frauen sind Hauptakteurinnen der Entwicklung
  • Initiativen, die Frauen stärken

Joan Holmes als Autorin

Joan Holmes verfasst derzeit ein Buch über ihre beeindruckenden Reisen in den letzten zehn Jahren durch Südasien, Afrika südlich der Sahara und Lateinamerika.

Die Leserinnen und Leser werden viele Menschen kennenlernen, denen Joan Holmes auf dieser Reise begegnet ist, wie beispielsweise einem senegalesischen Bauern, dessen Hände und Gesicht von seinem andauernden Kampf gegen den Hunger zeugen; den neun führenden Frauen in Indien, die Joan Holmes den Zusammenhang von fehlender Gleichberechtigung und chronischem Hunger verdeutlichten und Frauen aus Bangladesch, die Joan Holmes an ihren schmerzlichsten Erfahrungen teilhaben ließen.

Dieses Buch erläutert und erklärt jedem Leser den verheerenden Zusammenhang von Frauendiskriminierung und Armut, und wie notwendig es ist, Frauen in den Entwicklungs- ländern zu stärken, so dass chronischer Hunger überwunden werden kann.

Neue Mitglieder im Globalen Vorstand

Im Dezember 2007 wurden Joan Holmes und Sheree S. Stromberg (Leiterin der Technischen Abteilung des Citi Global Wealth Management in New York) als Mitglieder des Globalen Vorstands gewählt.

Impressum:

Das Hunger Projekt e.V.
Redaktion:
Anja Lemmermann, Hariolf Maier
redaktion@das-hunger-projekt.de

Verantwortlich im Sinne des Presserechts:
Das Hunger Projekt e.V.
eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Ravensburg, VR 968, seit 9.7.2001
Mechthild Frey (1. Vorsitzende)
Am Neuweg 15
D-79400 Kandern-Wollbach
Tel.: 07626-972568
Fax: 07626-972571
eMail: dhpbrd@thp.org

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